Oldtimer-Lichtschranken-Trophy 2020

Als ambitioniertes Team im Oldtimer-Rallyesport stellt sich für Sie sicher auch die Frage nach der Teilnahme an einer nationalen Meisterschaft. Dazu existieren im deutschsprachigen Raum mehrere Möglichkeiten. Die aus sportlicher Sicht anspruchsvollste Meisterschaft ist dabei sicher die sog. „Oldtimer-Lichtschranken-Trophy“. 
Die Meisterschaft wurde von einigen der erfolgreichsten deutschen Lichtschranken-Experten ins Leben gerufen: Willy Eisinger, Gerd Lambert und Patrick Weber. Bei der Internationalen Metz Rallye Classic im vergangenen Jahr konnte Patrick Weber mit seiner Beifahrerin Anja Macht die 181 Lichtschranken der Veranstaltung mit unglaublichen 11,52 Sekunden (!) Abweichung absolvieren. 
Das selbst gegebene Motto der Trophy lautet „von Fahrern für Fahrer“ und spiegelt den Geist der zur Meisterschaft gehörenden Rallyes wieder. Hier geht es nur um eine Sache: Die Lichtschranke im perfekten Moment zu treffen. Dabei gilt es pro Rallye teilweise bis zu 200 Lichtschranken in der perfekten Hunderstelsekunde zu treffen. 

Die Oldtimer-Lichtschranken-Trophy umfasst dieses Jahr 8 Läufe, die wir in den kommenden Beiträgen noch genauer beschreiben werden. 

Wenn Sie mit der Vorbereitung auf die Meisterschaft nicht warten möchten, schauen Sie doch einmal hier vorbei. Mit unserem Band 1, die „Die Kunst der Fahrer-Beifahrer-Kommunikation“, erarbeiten Sie sich als Team eine Kommunikationsstrategie, um an derartigen Veranstaltungen mit Spaß und Erfolg teilzunehmen. Wir wünschen Ihnen viel Spaß.

Röhrl auf Knüpfing-Porsche 911 bei der Rallye Monte Carlo Historique 2020

In unserem letzten Beitrag berichteten wir über die anstehende Rallye Monte Carlo Historique des Automobile Club de Monaco. Unter den Teilnehmern finden sich diesmal einige absolute Rallye-Spezialisten: Walter Röhrl (mit Co-Pilot Christian Geistdörfer) und Roland Kussmaul (mit Co-Pilot Peter Livanos).
Die technische Betreuung des Röhrl-Porsche obliegt dabei der Firma Knüpfing Motorsport aus Estenfeld bei Würzburg. Firmeninhaber Armin Knüpfing war als Mitarbeiter in der Motorsportabteilung bei Porsche in Weissach an Aufbau und Einsatz der Gruppe C-Programme beteiligt. Bereits in den Anfängen der Porsche-Marken-Cups betreute er Sieger-Teams. Er gilt international als einer der wenigen Spezialisten, die Renn- und Rallye-Porsche mit Sinn, Verstand und Erfahrung aus erster Hand betreuen können.

Im Vorfeld der Rallye hatten wir die Gelegenheit den Porsche 911, den Röhrl bei der Rallye fahren wird, genauer anzusehen.
Als Basis dient ein Porsche 911 SC aus dem Modelljahr 1979 mit dem Motortyp 930/03. Die originale K-Jetronik-Anlage wurde jedoch durch ein Bosch MFI-System ersetzt. Statt der serienmäßigen Abgasführung ist die Version des Vorgänger-Modells verbaut. Die Abgasströme der beiden Motorseiten werden dabei nicht zum Zweck der Reinigung zusammen geführt, sondern können getrennt voneinander durch einen Sportendtopf mit zwei Eingängen der Firma Dansk austreten. Die Kraftübertragung erfolgt durch das serienmäßige 915/61-Getriebe mit serienmäßigen Übersetzungen jedoch mit der im Jahr 1979 als Mehrausstattung verfügbaren Lamellensperre von ZF. Die originale Bremsanlage wurde durch jene aus dem Porsche 911 Turbo (930) ersetzt, Das Fahrzeug verfügt über jene Bilstein-Dämpfer, die als sog. „Sportfahrwerk“ als Mehrausstattung im Modelljahr 1979 bei Porsche bestellt werden konnten. Interessant ist die Dimensionierung der Stabilisatoren, die auf ein möglichst neutrales Einlenk- und Kurvenverhalten abzielt: 20mm vorn, 18mm hinten. Das Fahrzeug steht auf 7×15 Fuchsfelgen mit Winterreifen mit oder ohne Spikes der Größe 195/65. Außer den angenieteten Gruppe-4-Verbreiterungen, ist die Karosserie des Fahrzeugs serienmäßig.
Wir wünschen den Teams viel Spaß und Erfolg in den Seealpen!

Ein mit Sinn und Verstand aufgebautes und betreutes Auto ist eine wichtige Voraussetzung für Spaß und Erfolg bei der Teilnahme an einer Oldtimer-Rallye. Neben dem Material ist es aber vor allem die Kommunikation zwischen allen Beteiligten, die es am Ende ausmacht. Besuchen Sie uns zu diesem Thema doch einmal hier. 

Rallye Monte Carlo Historique 2020

Vom 21.01.-05.02.2020 veranstaltet der legendäre L’Automobile Club de Monaco seine Variante einer Rallye Monte Carlo mit Oldtimern. Diese Rallye gehört zum 2020 FIA International Calendrier der FIA Regularity-Rallyes, welche die Spitzenserie des internationalen Oldtimer-Rallyesports darstellt. Nach Angabe des ACM werden dieses Jahr erneut 300 aus allen Teilen Europas an der Rallye teilnehmen. Mögliche Startorte sind: Reims, Glasgow, Bad Hamburg, Mailand, Athen, Barcelona und Monte Carlo. Nach einer in der jeweiligen Startstadt beginnenden Verbindungsetappe, kommen die Teams in den Seealpen zusammen und nehmen dann gemeinsam 15 Wertungsprüfungen unter die Räder. Darunter natürlich auch die legendären Wertungsprüfungen um Valence und in der letzten Nacht natürlich den Col de Turini.

Hinsichtlich der Aufgabenstellung hält es der ACM simpel: Alle 15 Wertungsprüfungen sind Schnittprüfungen mit geheimer Zeitmessung. Die Überwachung erfolgt entweder mit Lichtschranken oder mit GPS-Messpunkten. Im Cockpit sind per Reglement lediglich zwei Messinstrumente erlaubt. Die einzuhaltenden Schnittgeschwindigkeiten ergeben sich durch das Baujahr des Fahrzeugs, sowie des Hubraum des verbauten Motors. Zudem sind nur Fahrzeuge zur Teilnahme zugelassen, deren Typ bis 1977 auch tatsächlich an der Rallye teilgenommen hatten. Die Fahrzeuge dürfen mit in Frankreich straßenzugelassen Spikes antreten, was angesichts der Straßenverhältnisse vor einigen Jahren sicher Spaß gemacht hat.

Wir wünschen allen teilnehmenden Teams viel Spaß und Erfolg an der diesjährigen Ausgabe. Sollten Sie noch eine für alle Bedingungen perfekte Schnitttabelle brauchen, besuchen Sie uns doch einmal hier.

AvD-Histo-Monte

Die Oldtimerrallye-Saison 2020 steht vor der Tür. Wir möchten Ihnen an dieser Stelle einige ausgewählte Veranstaltungen vorstellen, an denen wir selber teilgenommen haben und sie empfehlen können. Sollten Sie Fragen zu den einzelnen Veranstaltungen haben, können Sie jederzeit mit uns in Kontakt treten.

Im Februar 2011 haben wir an der Rallye Monte Carlo in der Variante des AvD, der sog. „Histo- Monte“ teilgenommen. Über den Verlauf von vier Tagen führte das Roadbook von Hanau, über Genf bis nach Monte Carlo. Am Abend des dritten Tags erreichten die Teams den für Rallye-Fans legendären Stadtstaat. Am letzten Tag entbrannte dann auf den legendären WPs oberhalb von Monte Carlo ein heißer Schlagabtausch zwischen den Top-Teams, den Burkard Müller und Jürgen Meggle auf einer pfeilschnellen 250er Pagode dann letztlich für sich entscheiden konnten.

Auf der WP 21 „Les Eyverras“ konnten wir mit einer Abweichung von nur einer Hundertstel immerhin eine GLP-Messung für uns entscheiden. Im Titelkampf spielten wir jedoch keine erwähnenswerte Rolle. 

Die AvD Histo-Monte, mittlerweile unter der Leitung des fünffachen deutschen Rallyemeisters Peter Göbel, findet derzeit alle zwei Jahre und erst wieder 2021 statt. Da die Startplätze in der Regel schnell vergeben sind, ist eine Anmeldung spätestens Ende 2020 erforderlich. Die Rallye ist sportlich anspruchsvoll für Fahrer und Beifahrer. Sie ist perfekt organisiert und lässt keine Wünsche in punkto Streckenführung, Betreuung, Hotel-Komfort und Sportsgeist offen. Einmal die Rallye Monte Carlo mit einem schnellen, alten Auto bestreiten – das darf in der Biografie eines echten Rallye-Teams nicht fehlen. 

Besuchen Sie uns auf unserer Website für weiteres um den Oldtimerrallye-Sport und lernen Sie unsere beiden Bücher kennen. 

Zeiten richtig erfassen

Im Rahmen einer bekannten Oldtimer-Rallye lautete die Aufgabenstellung für die erste Wertungsprüfung (WP) etwa so:

„Fahrzeit zu Ziel 1: 32 sec
Fahrzeit zu Ziel 2: 1,20 min.“

In dieser Aufgabenstellung sind mehrere Schwierigkeiten enthalten, natürlich mit voller Absicht.
Zum einen sind die Fahrzeiten auf unterschiedliche Art angegeben:
Zu Ziel 1 in 32 sec, und auf keinen Fall in 1 min und 32 sec.
Zu Ziel 2 in 1,20 min, das sind nicht etwa 1 Minute und 20 Sekunden, sondern 72 Sekunden.
Die Lösungsformel für eine solche Berechnung lautet 1,2×60 = 72.
1,20 min sind also 1 Minute und 12 Sekunden.

Die letzte Schwierigkeit betrifft den zeitlichen Ablauf der WP.
Absichtlich ist bei der Aufgabenstellung der Zusatz „vom Start“ weggelassen. Es ist nämlich gemeint, dass Ziel 2 vom Start aus gemessen in 72 Sekunden erreicht werden soll. Von Zeil 1 zu Ziel 2 verbleiben Ihnen also genau 72 – 32 = 40 Sekunden.

Ist Ihre Startzeit beispielsweise 15.01 Uhr, müssen Sie die Ziele wie folgt durchfahren:

Ziel 1 um 15:01:32
Ziel 2 um 15:02:12

Falsch wäre:
Ziel 1 um 15:01:32
Ziel 2 um 15:02:44