Röhrl auf Knüpfing-Porsche 911 bei der Rallye Monte Carlo Historique 2020

In unserem letzten Beitrag berichteten wir über die anstehende Rallye Monte Carlo Historique des Automobile Club de Monaco. Unter den Teilnehmern finden sich diesmal einige absolute Rallye-Spezialisten: Walter Röhrl (mit Co-Pilot Christian Geistdörfer) und Roland Kussmaul (mit Co-Pilot Peter Livanos).
Die technische Betreuung des Röhrl-Porsche obliegt dabei der Firma Knüpfing Motorsport aus Estenfeld bei Würzburg. Firmeninhaber Armin Knüpfing war als Mitarbeiter in der Motorsportabteilung bei Porsche in Weissach an Aufbau und Einsatz der Gruppe C-Programme beteiligt. Bereits in den Anfängen der Porsche-Marken-Cups betreute er Sieger-Teams. Er gilt international als einer der wenigen Spezialisten, die Renn- und Rallye-Porsche mit Sinn, Verstand und Erfahrung aus erster Hand betreuen können.

Im Vorfeld der Rallye hatten wir die Gelegenheit den Porsche 911, den Röhrl bei der Rallye fahren wird, genauer anzusehen.
Als Basis dient ein Porsche 911 SC aus dem Modelljahr 1979 mit dem Motortyp 930/03. Die originale K-Jetronik-Anlage wurde jedoch durch ein Bosch MFI-System ersetzt. Statt der serienmäßigen Abgasführung ist die Version des Vorgänger-Modells verbaut. Die Abgasströme der beiden Motorseiten werden dabei nicht zum Zweck der Reinigung zusammen geführt, sondern können getrennt voneinander durch einen Sportendtopf mit zwei Eingängen der Firma Dansk austreten. Die Kraftübertragung erfolgt durch das serienmäßige 915/61-Getriebe mit serienmäßigen Übersetzungen jedoch mit der im Jahr 1979 als Mehrausstattung verfügbaren Lamellensperre von ZF. Die originale Bremsanlage wurde durch jene aus dem Porsche 911 Turbo (930) ersetzt, Das Fahrzeug verfügt über jene Bilstein-Dämpfer, die als sog. „Sportfahrwerk“ als Mehrausstattung im Modelljahr 1979 bei Porsche bestellt werden konnten. Interessant ist die Dimensionierung der Stabilisatoren, die auf ein möglichst neutrales Einlenk- und Kurvenverhalten abzielt: 20mm vorn, 18mm hinten. Das Fahrzeug steht auf 7×15 Fuchsfelgen mit Winterreifen mit oder ohne Spikes der Größe 195/65. Außer den angenieteten Gruppe-4-Verbreiterungen, ist die Karosserie des Fahrzeugs serienmäßig.
Wir wünschen den Teams viel Spaß und Erfolg in den Seealpen!

Ein mit Sinn und Verstand aufgebautes und betreutes Auto ist eine wichtige Voraussetzung für Spaß und Erfolg bei der Teilnahme an einer Oldtimer-Rallye. Neben dem Material ist es aber vor allem die Kommunikation zwischen allen Beteiligten, die es am Ende ausmacht. Besuchen Sie uns zu diesem Thema doch einmal hier. 

Zeiten richtig erfassen

Im Rahmen einer bekannten Oldtimer-Rallye lautete die Aufgabenstellung für die erste Wertungsprüfung (WP) etwa so:

„Fahrzeit zu Ziel 1: 32 sec
Fahrzeit zu Ziel 2: 1,20 min.“

In dieser Aufgabenstellung sind mehrere Schwierigkeiten enthalten, natürlich mit voller Absicht.
Zum einen sind die Fahrzeiten auf unterschiedliche Art angegeben:
Zu Ziel 1 in 32 sec, und auf keinen Fall in 1 min und 32 sec.
Zu Ziel 2 in 1,20 min, das sind nicht etwa 1 Minute und 20 Sekunden, sondern 72 Sekunden.
Die Lösungsformel für eine solche Berechnung lautet 1,2×60 = 72.
1,20 min sind also 1 Minute und 12 Sekunden.

Die letzte Schwierigkeit betrifft den zeitlichen Ablauf der WP.
Absichtlich ist bei der Aufgabenstellung der Zusatz „vom Start“ weggelassen. Es ist nämlich gemeint, dass Ziel 2 vom Start aus gemessen in 72 Sekunden erreicht werden soll. Von Zeil 1 zu Ziel 2 verbleiben Ihnen also genau 72 – 32 = 40 Sekunden.

Ist Ihre Startzeit beispielsweise 15.01 Uhr, müssen Sie die Ziele wie folgt durchfahren:

Ziel 1 um 15:01:32
Ziel 2 um 15:02:12

Falsch wäre:
Ziel 1 um 15:01:32
Ziel 2 um 15:02:44